Je mehr du gegen eine Wand drückst, desto mehr erfährst du Gegendruck.

 

Die letzten Wochen stand ich sehr unter Druck. Vielleicht ist es mir nur mehr aufgefallen, denn die meiste Zeit meines Lebens stand ich unter Druck, sei es Zeitdruck, Termindruck, finanzieller Druck oder irgend ein anderer Grund.

Die letzten Wochen waren es zum einen die besonderen Umstände in diesem Jahr 2020, zum anderen mein Rezept-Buch-Versand. Die Druckereien lieferten nicht zu den zugesagten Terminen. Oft erhielt ich erst kurz vor dem Liefertermin die Info, dass die Ware nicht kommt. Dabei hatte ich schon alles vorbereitet, also wieder alles ändern, wenn mehrere Bücher bestellt waren, die vorhandenen vorab versenden und die Kunden informieren. Ich ärgerte mich darüber bis zu dem Zeitpunkt, als meine Tochter mir eine andere Sichtweise aufzeigte.

 

Die Sichtweise verändern

Als ich mich wieder mal über aufregte, dass die Druckerei nicht liefert, sagte meine Tochter „Mama, du hast ein Luxusproblem. Du hast mehr Bestellungen, als du Bücher auf Lager hast. Du könntest auch ein Lager voller Bücher haben und keine Kunden“ 🙂 Damit hatte sie natürlich recht, ich musste es mir nur selber immer wieder klar machen.

 

Eine Information kann alles verändern

 Vor kurzem rief mich ein freundlicher Mitarbeiter der Druckerei an und erklärte mir, warum sie solche Lieferschwierigkeiten haben. Es lag zum einen an der Vorweihnachtszeit mit vielen Aufträgen, vor allem aber an den neuen Hygiene-Richtlinien. Da vor allem Frauen in der Buchbinderei arbeiten, sind viele Arbeitskräfte ausgefallen. Die Frauen mussten Urlaub nehmen, um ihre Kinder zu betreuen, da die Weihnachtsferien vorverlegt wurden und vieles mehr. Als ich diese Information hatte, veränderte sich mein ganzer Ärger in Verständnis für die Druckerei und vor allem für die Frauen, die dort arbeiten.

 

Ständiger Druck löst Stress aus

In dieser Zeit machte ich mir das erste Mal seit vielen Jahren bewusster Gedanken über das Thema  „mich unter Druck setzen“, was ich ganz offensichtlich getan hatte – der Großteil meiner Kunden hatte weit weniger Stress als ich.

„Druck erzeugt Gegendruck“ war der Satz der mich aus dem Diäten-Hamsterrad vor vielen Jahren befreite. Ich realisierte damals, wie ich mich durch ständige Diäten und das Wiegen unter Druck setzte. Ich sah mich gegen eine riesige Wand drücken, je mehr ich drückte, desto mehr entstand der Gegendruck. Das war der Punkte, an dem ich meine Diätenbücher, die Personenwaage und Kalorientabellen in den Müll warf. Es dauerte ungefähr ein Jahr, bis ich „normal“ essen konnte. In dieser Zeit nahm ich ungefähr 2 Kleidergrößen ab.

 

Adrenalin-Sucht als unbewusstes Muster

 Auch wenn das Gewichtsthema sich nie ganz auflöste, stand es nicht mehr im Vordergrund. Rückblickend und mit dem heutigen Wissen über Adrenalin und die Nebennieren sehe ich allerdings, dass ich die Grund-Thematik „Druck“ nur auf andere Lebensbereiche verlagert habe.

In den folgenden Jahren hatte ich vor allem Druck im Bereich Beziehungen und finanziellen Druck – ich hatte oft das Gefühl auch hier einen Jo-Jo-Effekt zu erleben – je mehr ich versuchte, es zu verändern, umso schlimmer wurde es.

 

Bewusstsein ist der erste Schritt zur Veränderung

Als ich realisierte, dass ich mich selber immer wieder unter Druck setzte, und somit meine Nebennieren extrem überlastete durch den ständigen Adrenalin-Ausstoß, war das der erste Schritt zur Veränderung.

Womit setzt du dich unter Druck oder erlebst Druck im Außen? Auch wenn du es vielleicht nicht sofort verändern kannst, nimm es einfach wahr und hab Mitgefühl mit dir und deinen Nebennieren.

 

 

Was passiert im Körper, wenn wir unter Druck stehen?

Stehen wir unter Druck, löst dies Stress aus und veranlasst die Nebenniere, Adrenalin auszuschütten. Wir befinden uns im Kampf- oder Fluchtmodus. Das bedeutet, wir sind auf das Problem fixiert, sind ständig mit einer Lösung beschäftigt und kommen nicht mehr zu Ruhe.

Warum dies kontraproduktiv ist, will ich dir hier an einem Beispiel verdeutlichen:

Möchtest du z.B. abnehmen oder auch zunehmen und setzt dich unter Druck (was völlig normal ist, weil wir bereits durch unsere Medien so darauf programmiert sind, dass wir die Ideal-Figur haben müssen), schüttet die Nebenniere vermehrt Adrenalin aus. Die Leber kann dieses Adrenalin nicht mehr entsorgen, weil sie bereits überlastet ist. Deshalb lagert sie es entweder ein – in Fettzellen, oder wirkt wie ein Amphetamin in der Leber, was zu weiterem Gewichtsverlust führen kann. Du erreichst also genau das Gegenteil von dem, was du erreichen möchtest. Dies ist ein ganz vereinfacht dargestelltes Beispiel (es ist natürlich viel komplexer). Es funktioniert aber auch in allen anderen Lebensbereichen genauso.

 

 

Bild: stock.adobe.com-Blue Planet Studio

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